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NEWS & PUBLIKATIONEN

 

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Bözberg: Jenseits der Rösti-Farm

Von Daniela Raupp

Das grosse Ding am Südportal

Im Auftrag des Bundes realisieren die SBB bis 2020 einen 4 m Korridor auf der Strecke von Basel nach Chiasso, sodass zukünftig Sattelauflieger bis zu einer Eckhöhe von vier Metern auf der Bahn transportiert werden können. Im Rahmen dieses grössten Einzelprojektes auf dem 4 m Korridor wird im Kanton Aargau ein neuer Doppelspurtunnel gebaut. Momentan konzentrieren sich die Bautätigkeiten auf das Südportal. Von dort aus wird sich ab Mitte Juni 2017 eine Tunnelbohrmaschine rund zweieinhalb  Kilometer untertage durch die anspruchsvolle Geologie der Juraausläufer arbeiten.

Nordportal mit speziellem Reiz

Weniger bekannt, aber aus bautechnischer Sicht nicht minder anspruchsvoll, sind die Arbeiten in Effingen, wo sich das Nordportal befindet. Jenseits der Rösti-Farm werden seit Juli 2016 die Vorbereitungen für den Durchstich in Form eines Voreinschnitts durchgeführt. Die F. Preisig AG projektiert in diesem Neubauprojekt für die Implenia Schweiz AG im Rahmen der IG Bözberg Plus die beiden Portalbauwerke in Tagbauweise, den Voreinschnitt Effingen, die für die Realisierung benötigten Baumassnahmen (wie Werkleitungsplanung und Stützmauern) sowie die Umnutzung des alten Tunnels zum Dienst- und Rettungsstollen.

Tiefer Einschnitt erst recht simpel…

Für die Umsetzung ist im Bereich des Bahnhofs Effingen ein bis zu 26 m hoher und rund 200 m langer Einschnitt in das Gelände erforderlich. Im Juli 2017 werden insgesamt 2020 m2 Nagelwand erstellt sein, die mit insgesamt 745 ungespannten Ankern bis zu einem max. Durchmesser von 40 mm im Lockergestein und Fels gesichert sind. Die vorgefundene geologische Situation ermöglichte einen verhältnismässig einfachen Abbau des Gesteins, sodass auf Lockerungssprengungen verzichtet werden konnte.

… dann mit grossen Herausforderungen

Nach dem Durchstich und der Demontage der Tunnelbohrmaschine wird ab Januar 2018 das rund 100 m lange Portalbauwerk in offener Bauweise erstellt. Der sanfte Übergang von Bözberg auf das offene Trassee wird durch die bis zu 38 Grad steile Böschungen bewerkstelligt. Um dieser anspruchsvollen Geländegestaltung Rechnung tragen zu können, werden die Portalbauwerke durch eine asymmetrische Einschüttung belastet. Diese Beanspruchung erfordert massive Decken und Wände mit bis zu 1.00 m Stärke, um die Einwirkungen sicher mittels Flachfundation in den Baugrund einleiten zu können.

Zahlen und Fakten

Für die 11 m breite, knapp 10 m hohe und 50 m lange Rahmenkonstruktion mit angrenzender Flügelmauer werden an beiden Portalbauwerken rund 4’000 m3 Beton, 940’000 kg Bewehrung und weitere 27’000 m3 Hinterfüllungsmaterial benötigt. Die Ausrüstung entspricht den neusten Betriebs-, Sicherheits- sowie Brandschutzanforderung. Insgesamt beläuft sich die Investitionssumme für den Neubau des Bözbergtunnels auf rund 350 Millionen Franken.

Interview/Video mit Thomas Zieger siehe Link: SBB Medien

Bildernachweis

Quelle: SBB

 

Grösserer Tunnel mitten in der Stadt

Von Marco Galli

Der SBB-Tunnel "Svitto" im Herzen der Stadt Bellinzona muss für die Erfordernisse des sogenannten 4 m Korridors (Güterbahn-Verbindung Basel-Chiasso) vergrössert werden. Dazu werden die Tunnelwände weiter nach aussen versetzt und die Tunnelsohle deutlich abgesenkt. Nachdem im Winter in Nachtintervallen Vorarbeiten erfolgten – insbesondere das Bohren und Versetzen von Rühlwandträgern zwischen den Gleisen und Injektionen zur Sicherung des später umzubauenden Tunnelgewölbes – laufen seit April 2017 die Hauptarbeiten auf dem talseitigen Gleis.

Vorsicht beim Sprengen

In Etappen wird gegenwärtig die bestehende, nach innen gekrümmte Tunnelwand aus Mauerwerk abgebrochen und durch neue, vertikale Ortbetonparamente ersetzt, um seitlich mehr Platz zu gewinnen. Der Fels im Bereich des Gewölbewiderlagers ist wie erwartet äusserst hart, so dass ein vernünftiger Abtrag nur mit Sprengungen möglich ist. Diese müssen natürlich sehr vorsichtig erfolgen: Einerseits darf das Betriebsgleis – in weniger als 4 m Distanz – nicht gefährdet werden, anderseits darf das bestehende Tunnelgewölbe aus Mauerwerk nicht beschädigt werden. Zudem dürfen die Vibrationen an den umliegenden Gebäuden und insbesondere an den historischen Bauten über dem Tunnel kein schädigendes Mass erreichen. In Probesprengungen wurden deshalb die Anordnung der Bohrungen, die Ladungsmengen und der Zündablauf optimiert. Inzwischen werden 3-4 Sprengungen pro Tag planmässig ausgeführt. Dazu wird die Strecke jeweils einige wenige Minuten gesperrt. Sobald der Betrieb diese Sperrung bestätigt hat, erfolgt  die Sprengung. Vor  der Gleisfreigabe werden sodann optische Kontrollen des Betriebsgleises, der Fahrleitung und des Schutzzauns zwischen den Gleisen vorgenommen.

Sohlenabsenkung für mehr Höhe

Ab Juli wird zusätzlich die Tunnelsohle abgesenkt, um mehr lichte Höhe für die passierenden Güterzüge zu erreichen. Nach dem Gleis- und Schotterausbau wird dazu der anstehende Fels wie bei den Paramenten in Etappen gesprengt. Es wird der neue Unterbau inklusive Seitenentwässerung und Kabelkanäle erstellt. Ab Mitte September werden abschliessend  das neue Gleis und die neue Fahrleitung eingebaut.

Alles zweimal

Eines der beiden Tunnelgleise muss immer in Betrieb bleiben. So erfolgen die vorgenannten Arbeiten nur jeweils einseitig. Gegenwärtig auf dem talseitigen Gleis und dann ab Dezember 2017  auf dem bergseitigen Gleis. Geplanter Projektabschluss ist im Sommer 2018.

Frage an Mattia Pace, Gesamtprojektleiter SBB:

Was sind die grössten Herausforderungen im Projekt Svitto-Tunnel?
Einerseits sicher die Ausführung unter Betrieb mitten in der Stadt. Hier gilt es, die Sicherheit des Bahnbetriebs und der Baustelle, die engen Platzverhältnisse im Tunnel und die möglichen Auswirkungen auf das Umfeld wie Lärm, Staub und Vibrationen gleichzeitig zu beherrschen. Projektierung und Bauleitung müssen geeignete Randbedingungen für die Realisierung schaffen. Anderseits ist aber auch die Koordination mit allen beteiligten Spezialisten z.B. für Fahrleitung, Kabelanlagen, Weichenheizung und Sicherungsanlage sehr komplex. Ist das Projekt Svitto-Tunnel doch örtlich und zeitlich mit verschiedenen Parallelprojekten verwoben. Zu nennen sind dabei der Bahnhofsumbau im Rahmen von ZEB aber auch das zukünftige 3. Gleis zwischen Bellinzona und Giubiasco, das den Bau eines Paralleltunnels nötig machen wird.

Was sind die Leistungen der F. Preisig AG im Projekt?

Der Auftrag der F. Preisig AG umfasst die Bereiche Submission und Ausführungsplanung. Die Chefbauleitung erfolgt über die IG Sinergia zusammen mit Amberg Engineering. 

 
Bildernachweis

Quelle: LWA Daniele Lupini

 

Rehetobelstrasse St. Gallen: Planen zwischen Verkehrs- und Schutzansprüchen

Von Lukas Hasenfratz

Handlungsbedarf erkannt

Die Rehetobelstrasse ist eine Kantonsstrasse und verbindet das Appenzeller Vorderland mit der Stadt St.Gallen. Sie dient in Kombination mit der Tablatstrasse als Zubringer zum Autobahnanschluss Neudorf. Die Schwachstellenanalyse im Jahr 2012 des Agglomerationsprogramms 2. Generation zeigte Handlungsbedarf bezüglich des Langsamverkehrs. Der Knoten Rehetobelstrasse / Tablatstrasse ist zudem Bestandteil des Verkehrssystemmanagements der Agglomeration St.Gallen. Der bauliche Zustand des Strassenabschnittes ist ungenügend und sanierungsbedürftig.

Projektumfang und Massnahmen

Das Projekt umfasst die Gesamtsanierung des 750 m langen Strassenabschnitts. Nebst einer moderaten Verbreiterung und Streckung der Fahrbahn wird der schmale Gehweg durch einen 3 m breiten, kombinierten Rad-/ Gehweg ersetzt. Sämtliche Fussgängerstreifen werden mit einer Mittelinsel ergänzt und die Bushaltestellen behindertengerecht ausgebaut. Diverse Anpassungen an Einmündungen, Vorplätzen sowie den Werkleitungen runden das Projekt ab.

Verkehrstechnische Aspekte

Die Postautohaltestelle “Schaugenhof“ wird ausserhalb des schutzwürdigen Bereichs erneuert. Ein Fussgängerstreifen mit Mittelinsel zwischen den beiden Haltebereichen verunmöglicht das Überholen der haltenden oder anfahrenden Postautos und trägt somit wesentlich zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer bei. Eine neue Lichtsignalanlage am Knoten Rehetobelstrasse / Tablatstrasse löst den zu kritischen Situationen führenden Rechtsvortritt ab und kann je nach Verkehrsaufkommen als Busbevorzugungs-, Dosier- oder Pförtneranlage eingesetzt werden.

Schutzwürdiges Ensemble "Schaugenhof“

Eine weitere Herausforderung bildet zudem das Ensemble Schaugenhof. Ein unter Schutz stehendes Gehöft mit grosser Sommerlinde wirkt als Engstelle im Projektperimeter. Der Schaugenhof hat wegen seiner topografisch speziellen Lage eine Torfunktion zwischen der Stadt St. Gallen und dem hügeligen Appenzellerland. Diese Wirkung darf durch das Projekt nicht verändert werden. Mittels iterativer Variantenerarbeitung und –prüfung konnte unter Wahrung sämtlicher Randbedingungen eine verkehrstechnisch gute Lösung gefunden werden. Die weiteren Interessen und Ansprüche wurden gebührend berücksichtigt und einbezogen. Die Sommerlinde erhält strassenseitig zusätzlichen Raum und wird dank chaussiertem Gehweg nur minimalst beeinträchtigt. Die Strasse besitzt heute den Charakter einer einfachen Landstrasse, den es trotz Ausbau möglichst zu erhalten gilt.

Strassenentwässerung / Schachenbach

Das vorhandene Leitungsnetz umfasst Sickerwasserfassungen, Strassenentwässerung und eingedolte Fliessgewässer. Die bestehenden Verknüpfungen werden entflechtet, um eine normgerechte Entwässerung sicherzustellen. Es wird eine grossflächige Versickerung des strassenseitig anfallenden Wassers über die Schulter angestrebt. Weitere nennenswerte Anteile werden in den Schachenbach geleitet. Der kleine Niedrigwasserabfluss erfordert Massnahmen zur Retention, um ein umweltverträgliches Einleitverhältnis zu gewährleisten. Für den Schutz des Gewässerraums und aufgrund der naturnahen Bauweise kommen entlang des Bachs Drahtgitterkörbe zum Einsatz. Die Aufhebung einer landwirtschaftlich genutzten Überfahrt in der Mitte des Bachs wertet den Lebensraum durch eine verbesserte Längsvernetzung auf.

Auftrag F. Preisig AG

Unser Auftrag umfasst die Erarbeitung des Bauprojekts und die Begleitung des Bewilligungsverfahrens. Der Abschluss des Bauprojekts ist im Sommer 2017 vorgesehen.

Bildernachweis

Quelle: F. Preisig AG

 

Wiedereröffnung nach Sanierung: Schrägerweg in Nussbaumen, Gemeinde Obersiggenthal

Von Resad Ahmedoski

Für die Gesamtleitung verantwortlich

Der Schrägerweg in Nussbaumen bestand aus einer 60 m langen Lehnenkonstruktion und einem darüber führenden Trassee von 150 m, welches als Fuss- und Radweg genutzt wurde. Die Tragsicherheit der Lehnenkonstruktion sowie die Normkonformität des Fuss- und Radweges waren nicht mehr gegeben. Für die Sanierung des Schrägerwegs hat die Gemeinde Obersiggenthal die F. Preisig AG mit den Fachplanungs- und Bauleitungsarbeiten beauftragt.

In der Ruhe liegt der Fortschritt

Die Sanierung der Lehnenkonstruktion mittels rückverankerter Elementmauer erfolgte unter sehr schwierigen und engen Platzverhältnissen. Nach Erstellung der Elementmauer wurde – im Pilgerschrittverfahren - mit dem Teilabbruch der Lehnenkonstruktion sowie den einhergehenden Hinterfüllungsarbeiten begonnen. Ebenso musste parallel der Elektrorohrblock für die Elektrizitäts-Genossenschaft Siggenthal (EGS) mit erstellt werden. In dieser sehr heiklen Phase war stets wichtig, den bergseitigen Hang und die bestehenden Stützbauwerke zu überwachen. Mit einem durchdachten Bauablauf und der richtigen Gerätschaft konnten die Sicherheit jederzeit gewährleisten und die Arbeiten reibungslos ausgeführt werden.

Erfolgreicher Abschluss und Freigabe für die Nutzung

Nachdem die Abbruch-/ und Hinterfüllungsarbeiten sowie die Erstellung des Trassees im Bereich der Lehnenkonstruktion gemeistert waren, galt es in den letzten Wochen bis zur Weihnachtszeit die Tiefbauarbeiten sowie die Instandsetzung der bergseitigen Stützmauer in Angriff zu nehmen und diese termingerecht abzuschliessen. Dabei wurde der bestehende Rad-/ Gehweg rückgebaut und auf der gesamten Länge von ursprünglich 2.25 m auf 2.75 m verbreitert. Neben der Belagserneuerung wurden alle notwendigen Randabschlüsse und Schachtabdeckungen ersetzt sowie die Entwässerungsanlagen angepasst.

Mit der Montage der Geländer und der Inbetriebnahme der neuen Beleuchtung wurde der Schrägerweg wie geplant am Freitag, den 16.12.2016 wiedereröffnet und für die Nutzung freigegeben.

Die Umgebungsarbeiten wurden witterungsbedingt im Frühjahr 2017 ausgeführt und sind nun ebenfalls abgeschlossen. Gesamthaft dauerten die Arbeiten  ca. 3.5 Monate und wurden unter Totalsperrung des Schrägerweg ausgeführt.

Kommunikation das Herzstück des Bauens

Das Bauen unter schwierigen Rahmenbedingungen zeigt auf, dass eine offene und vertrauensvolle Kommunikation das Herzstück für eine erfolgreiche Ausführung darstellt. Dabei sollten stets ein gutes Zusammenspiel sowie eine gewisse Flexibilität zwischen allen Beteiligten auf dem Bau herrschen, denn nur so kann man gemeinsam etwas Gutes vollenden.

 

Bildernachweis

Quelle: LWA Daniele Lupini

 

Umbau und Erweiterung Pflegezentrum Lindehus: Fit für die nächste Generation

Von Silvio Brütsch

Das Pflegezentrum "Lindehus" in Turbenthal wurde im Jahre 1976 gebaut und soll im Rahmen der Erneuerung der Pflegezentren des Zweckverbands Pflege und Betreuung Mittleres Tösstal zusammen mit dem Pflegezentrum "Im Spiegel" in Rikon an die heutigen Anforderungen angepasst werden. Das ehemalige "Lindehus" war ein zwei- bis dreigeschossiges Gebäude, welches mit Dilatationsfugen in vier Trakte aufgeteilt war. Die dünnen Stahlbetondecken wurden von Mauerwerkswänden getragen. Die Decke über dem Erdgeschoss hatte stellenweise die Funktion als Abfangdecke. Die Bewohnerzimmer in den beiden Obergeschossen waren zellenartig angeordnet.

Projektierung

Für den geplanten Umbau wurde die F. Preisig AG von der HRS Renovation AG beauftragt, die Projektierung und Realisierung der Tragstruktur, der Baugrube und der Baugrubensicherung zu übernehmen. Die Arbeiten erstreckten sich über die Phasen Vorprojekt, Bauprojekt mit Submission, Ausführungsprojekt sowie Ausführung.

Ertüchtigungsmassnahmen

Die Umbaumassnahmen im "Lindehus" waren so vielfältig wie die damit verbundenen Herausforderungen. Die asymmetrische Grundrissform und das horizontal sehr weiche Erdgeschoss ergaben eine schlechte Erdbebenstabilität. Im ganzen Gebäude wurden vom Untergeschoss bis ins oberste Geschoss neue Erdbebenwände aus Stahlbeton eingezogen. Um ein gegensätzliches Schwingen der verschiedenen Trakte zu verhindern, wurden die Geschossdecken monolithisch miteinander verbunden.
Der Baugrund besteht vorwiegend aus tonigem Lehm und ist sehr setzungsempfindlich. Durch die hohe Belastung aus dem Ersatzneubau mussten die Abfang- und Erdbebenwände im Untergeschoss mit Mikropfählen fundiert werden.

Ersatz der tragenden Wände

Um ein zusätzliches Vollgeschoss zu erhalten, wurde im Trakt A das komplette Dach rückgebaut und an dessen Stelle eine neue Stahlbetondecke eingezogen. Im Erdgeschoss wurden mehrere tragende Mauerwerkswände versetzt oder herausgenommen. Die darüber liegende Decke konnte diese Lastumlagerungen nicht aufnehmen. Als Ersatz der herausgenommenen Wände wurden Stahlträgerroste eingebaut, die die Lasten abtragen konnten. Zwischen den Stahlträgern wurden CFK-Lamellen an der Decke angebracht. Auch die Bodenplatte des Schutzraumes im Untergeschoss musste mit aufgeklebten Stahllamellen verstärkt werden.

 

Bestehende Zellenstruktur und Ersatzneubau

In den mittleren Gebäudeteilen, den Trakten B und C, blieben die Zellenstrukturen der Bewohnerzimmer erhalten. Um die Zimmer grosszügiger gestalten zu können, wollte man die Fassaden der beiden Obergeschosse nach aussen versetzten. Dafür wurden auch hier Stahlbetonrahmen an die bestehenden Geschossdecken angehängt, welche im Erdgeschoss mit Stützen abgefangen wurden. Damit die dünnen Geschossdecken keine Mehrlasten aufnehmen, wurde die ganze Konstruktion mittels Hydraulikpressen vorgespannt und die Lasten so nach aussen auf die Stützen geleitet. Im Trakt D wurden beide Obergeschosse und das Erdgeschoss abgebrochen. Das Untergeschoss wurde um zwei Räume erweitert. Darauf wurde ein Ersatzneubau aus Stahlbeton gestellt. Die Obergeschosse ragen nun frei auskragend über den Umriss des Unter- und des Erdgeschosses hinaus.

Lösungsorientierte Zusammenarbeit

Das Bauvorhaben im Pflegezentrum "Lindehus" hat gezeigt, dass bei Umbauarbeiten trotzt sorgfältiger und genauer Planung immer Überraschungen auftreten können. Um den straffen Zeitplan trotzdem einhalten zu können, war eine gute Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten unumgänglich. So konnten gemeinsam auf effiziente und unkomplizierte Weise immer wieder gute Lösungen erarbeitet werden.

Bildernachweis

Quelle: Silvio Brütsch

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