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  • Sabrina Walti

Matchbericht: Eine Niederlage mit positiven Aussichten

Im ersten Spiel der Rugby Europe Trophy mussten sich die Schweizerinnen nach einer schwachen ersten Halbzeit gegen Tschechien geschlagen geben, trotzdem können sie dem Spiel viel Positives abgewinnen. Insbesondere der Nachwuchs hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.



Es ist ein trüber Samstagmorgen am Stadtrand von Brünn, als die Schweizer Rugby Frauen im Stadion eintreffen. Trotz des leichten Nieselregens ist die Stimmung im Team gut, die Vorfreude auf das anstehende Spiel gegen Tschechien überwiegt. Die Schweizerinnen haben eine Rechnung offen, bei der letzten Begegnung in Yverdon haben die Tschechinnen mit einem Try in der letzten Sekunde das Spiel für sich entscheiden können. Davor hatten die Schweizerinnen bei jeder Begegnung dominiert.

Dass vorhergehende Siege keinen Einfluss auf den Ausgang der gegenwärtigen Partie haben, zeigt sich schnell. Beide Teams starten engagiert ins Spiel, welches von der französischen Schiedsrichterin Doriane Domenjo geleitet wird. Umgehend jedoch geraten die Schweizerinnen ins Hintertreffen, verbringen zu viel Zeit mit der Verteidigung in der eigenen Spielfeldhälfte und kommen auch im Angriff nicht aus dieser raus. Das Spiel ist auf Grund der Witterungsverhältnisse auf beiden Seiten geprägt von Fehlpässen und Vorbällen sogenannten «Knock-ons». Bei zweiteren jedoch kommt die grosse Stärke der Schweizerinnen zum Zug, sie dominieren die daraufhin stattfindenden Scrums, können die dadurch gewonnen Bälle jedoch nicht nutzen. Nach gut 20 min Verteidigungskampf schaffen es die Tschechinnen ein erstes Mal durch die Schweizer Abwehr und können punkten. Und ein zweites Mal gleich vor Ende der ersten Halbzeit, in der Pause steht es 10:0 für die Gastgeberinnen. Eine Führung, jedoch keine, die nicht aufgeholt werden könnte und genau dies ist das Ziel der Schweizerinnen in der zweiten Halbzeit. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Auswechselspielerinnen. Kontinuierlich beginnen die Coaches die Spielerinnen in der zweiten Halbzeit auszuwechseln. Einige davon kommen dabei zu ihrem ersten Einsatz mit der Nationalmannschaft.

Verstärkt mit den noch frischen Spielerinnen von der Ersatzbank gelingt es den Schweizerinnen die Gegnerinnen in der Verteidigung wie auch im Angriff deutlich mehr unter Druck zu setzen. Der Regen hat nachgelassen, die Tackles sitzen besser und ein schnelleres Passspiel mit guten Supportruns führt die Schweizerinnen tief in die tschechische Hälfte. Mit einem erneut starkem Scrum direkt vor der Tryline können sie nun endlich punkten. Das Spiel verläuft daraufhin ausgeglichen mit guten Chancen auf beiden Seiten. Nach und nach schleichen sich jedoch erneut Unachtsamkeiten ein und die Anzahl der Penaltys gegen die Gäste nimmt zu. Zu viele für die Schiedsrichterin, sie zieht die gelbe Karte und eine Schweizerin muss für 10 min auf die Bank. Auch in Unterzahl kann sich die Schweiz gegen die Tschechinnen weiterhin behaupten und ihnen sogar gefährlich werden. Einen grossen Part spielen dabei die jungen Spielerinnen. Sie kämpfen unbeschwert und unbeeindruckt um jeden Ball und jeden Meter auf dem Spielfeld und kommen einem Ausgleich immer näher. Letztendlich beendet ein weiterer Try der Gastgeberinnen in letzter Sekunde jede Hoffnung auf ein Unentschieden. Das Spiel endet 15:5, die Tschechinnen haben erneut gewonnen.

In vielen Bereichen insbesondere mit den Forwards konnten die Schweizerinnen ihren Gegnerinnen Paroli bieten, waren in letzter Konsequenz im Angriff jedoch zu wenig gefährlich. Ein grosses Highlight waren die jungen Spielerinnen im Kader, sie waren in vielen guten Szenen beteiligt. Das ist ein gutes Zeichen, für den stattfindenden Generationenwechsel im Team und macht den Trainern die Selektion für das nächste Spiel gegen Finnland entsprechend schwerer

. Die Begegnung findet am 23. November 2019 in Yverdon vor heimischem Publikum statt. Davor gilt es im letzten Training an der Feinabstimmung zu feilen und das Team weiter zu stärken. Um die Trophy mit Glück noch gewinnen zu können, muss die Schweiz gegen Finnland zwingend gewinnen.

Fotocredit: Petr Flicek

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